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„ES WIRD FANTASIEVOLLER WERDEN IM BAD!“

 

 

Aisslinger und Bunyprasit

WERNER AISSLINGER ist vielfach prämierter Designer. Sein „Juli Chair“ steht im MoMA, sein Studio Aisslinger sitzt in Berlin und Singapore. Und die Arbeiten seines Designbüros füllen aktuell eine ganze Museumsausstellung: Unter dem Titel „House of Wonders“ haben Werner Aisslinger und sein Team ihre Objekte in der Pinakothek der Moderne in München inszeniert. Darunter auch eine KALDEWEI Wanne.

HERR AISSLINGER, SIE HABEN ZUSAMMEN MIT TINA BUNYAPRASIT FÜR KALDEWEI GERADE IHRE ERSTE BADKOLLEKTION ENTWORFEN. ARBEITEN SIE GERN AUF UNGEWOHNTEM TERRAIN?

W. Aisslinger: Unser Designbüro ist in sehr vielen Welten zu Hause. Wir sind es gewohnt, uns in immer neue Zusammenhänge kreativ einzufinden und dadurch, dass wir sehr viele grosse Innenarchitekturprojekte bearbeiten wie Hotels, Malls, Kreuzfahrtschiffe, ist die Planung von Bädern für uns ein bekanntes Spielfeld.



WAS IST DAS BESONDERE DARAN, BADEZIMMER-OBJEKTE ZU ENTWERFEN?

W. Aisslinger: Bäder machen eine rasante Evolution durch und außer dass sie seit längerem grösser werden, wohnlicher und wellnessorientierter, sind sie in Zukunft auch die einzigen Orte in einer Wohnung, in denen tägliche Rituale wichtiger sind als die immer präsentere, in alle Bereiche vordringende digitale Welt. Das heisst für Designer, einen Wohlfühlort zu kreieren, der gleichzeitig farbiger, materialorientierter und immer unkonventioneller und fantasievoller werden wird.



WAS WAR DIE GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG BEI DER KONZEPTION DER STUDIEN?

W. Aisslinger: Mit KALDEWEI einen weiteren Step nach vorne zu machen und als erster Hersteller das Thema Randlosigkeit im Stahl-Email zu testen. Dann war die Frage, wie die puren einschaligen Wannen auf komplett neue Art im Raum interpretiert und wie sie in Architekturen eingebunden werden können. So entstanden TRICOLORE und GRID, die konzeptionell beide eine neue Anbindung an die umgebende Architektur anbieten und wie freistehende Möbel Wanne und Waschtisch als skulpturale und dennoch funktionale Strukturen aufnehmen.

POETISCH UND FANTASIEVOLL.
WIE DAS BAD DER ZUKUNFT.

Werner Aisslinger & Tina Bunyaprasit: TRICOLORE.


TRICOLORE spielt gleich mit zwei neuen Themen: Zum einen wird die meist monochrome weiße Bäderwelt durch eine neue Mehrfarbigkeit komplett revolutioniert. Zum anderen zitiert die Badewanne den historischen Archetyp der freistehenden Löwenfußwanne in einer komplett neuen Designsprache. Stichwort Collage: Die Wanne ist in zwei Farben emailliert, die dritte Farbe bringt das Gestell mit, dessen umlaufendes Band aus einer anderen Wanne herausgeschnitten zu sein scheint.

Werner Aisslinger & Tina Bunyaprasit: GRID.


Das Konzept GRID lebt von der Auflösung von Flächen und Volumen zugunsten einer offenen Rahmenstruktur. Sie lässt die einwandig gestalteten und schon deshalb leicht wirkenden Objekte Waschtisch und Wanne geradezu schweben und als Outline sichtbar werden. Dabei trägt die Gitterstruktur nicht nur Waschtisch und Wanne, sie kann auch Ablagen für Beauty Produkte und Accessoires oder Pflanzen einbinden, die collagehaft an ihr eingehängt werden können.