Abdichtung im Bad: Duschen ist wie Starkregen

Niemand bezweifelt die Abdichtung eines Daches auf dem Haus  -  aber ist eine Abdichtung an einer Dusche nicht genau so notwendig?

Die durchschnittliche Regenmenge in Deutschland liegt bei etwa 850 Liter im Jahr, in der Eifel bis zu eintausend Liter und der tropische Regenwald bringt es auf zwölf bis fünfzehntausend Liter je Quadratmeter in einem Jahr. Dass sich ein Dach auf einem Haus befindet, ist für uns ebenso selbstverständlich wie die Folie unter den Dachsteinen und die Abdichtung der Übergänge an angrenzende Bauteile.

Auf eine Duschfläche „regnet“ es in einem Zwei-Personen Haushalt im gleichen Zeitraum fast achtunddreißig Mal so viel wie im deutschen Mittel: nämlich zweiunddreißigtausend (!) Liter im Jahr. Dennoch wird dort die Abdichtung noch immer sträflich vernachlässigt. Nun ist das Thema Abdichtung im Hochbau nichts gänzlich Neues. Die Bauordnung der Länder schreibt in verschiedenen Wortlauten schon seit Jahrzehnten vor, dass „[…] Bauwerke und Bauteile so anzuordnen sind, dass durch Wasser […] Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen."

Was dahingehende Belästigungen oder Gefahren im Hochbau sind, wird nicht näher definiert. Neben Gebäudeschäden, welche Hab und Gut beschädigen und monetäre Verluste durch Sanierungsarbeiten nach sich ziehen, kann Feuchtigkeit in einem Gebäude auch zu Schimmelpilzbildungen führen, welche gesundheitsbeeinträchtigende Folgen haben können. Im Sanitärbereich sind die naturgemäß mit der meisten Feuchtigkeit beaufschlagten Flächen betroffen, also angrenzende Bereiche an Bade- und Duschbereiche. Es ist daher nach den Regeln der Technik heute unabdingbar, dass eine sach- und fachgerechte Montage von Duschflächen und Badewannen mit einer dauerhaft sicheren Abdichtung der Wand- und Bodenbereiche erfolgt.

Lange hat unsere Branche auf die umfassende Überarbeitung der bisherigen DIN 18195 gewartet. Durch die Zusammenfassung verschiedener Normen und Datenblättern des DIN, ZDB, BDS, BEB * wird nun eine für alle am Bau beteiligten Gewerke eine neustrukturierte Normenreihe Gültigkeit erlangen, welche endlich Klarheit schaffen wird, nämlich die DIN 18531 bis 18535.

Für den innenliegenden Sanitärbereich wird hierbei die neue Abdichtungsnorm DIN 18534-1 eine entscheidende Rolle spielen. Diese liegt im Entwurf bereits seit Juli 2015 vor und soll im Laufe der nächsten Wochen in Kraft treten. Die darin fixierten verschärften Anforderungen an die Abdichtung von Bade- und Duschwannen sowie bodengleichen Duschen gibt eine Antwort ganz deutlich: Eine Fuge im Übergang zwischen Wannenkörper und Mauerwerk nur mit dauerelastischem Fugenmaterial zu verfüllen, ist dann nicht mehr ausreichend – vielmehr ist die Abdichtung mit zertifizierten und zugelassenen Produkten, wie Abdichtstoffen und Wannenabdichtbändern, Pflicht. Und diese Abdichtung muss für die gesamte Dauer der Nutzung des Bauteils gewährleistet werden.

Als Marktführer hat KALDEWEI sich seit Jahren auf diese Anforderung vorbereitet und bietet seinen Marktpartnern bereits seit langem praxiserprobte Sortimente an Abdichtbändern an. Dieses Sortiment wurde in Kooperation mit der Sopro Bauchemie, einem anerkannten Profi für Bauchemie und Abdichtung im Hochbau, nochmals erweitert und überarbeitet. Mit dem Dichtset Bodeneben und dem Dichtset Flex können unsere Kunden nun auf ein weiteres Abdichtsystem zugreifen, welches die Auswahl, den Einbau und die Zusammenarbeit mit den Anschlussgewerken leicht macht. Selbstverständlich sind alle Systeme und Dichtstoffe zertifiziert und haben als System-Komponente eine bautechnische Zulassung. Das Anschließen von Rändern, Ecken und Mauerzargen wird somit nicht nur sehr leicht, sondern auch zur sicheren Sache für den Nutzer und den Installateur.

 

Weitere Tipps

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DIN         Deutsches Institut für Normung

ZDB         Zentralverband des Baugewerbes

BDS        Bund deutscher Steinmetze

BEB         Bundesverband Estrich und Belag